EIN VERLANGEN – Leseprobe

KAPITEL 1

JADE

Cages braune Augen funkeln mir entgegen.

In meiner Fantasie habe ich mir diesen einen Moment tausendmal ausgemalt. Den Moment, in dem ich meiner großen Liebe Cage Ford, dem Mann, der mir auf grauenvolle Weise das Herz gebrochen hat, wieder gegenüberstehe. Ich hatte eine vage Vorstellung davon, wie es sich anfühlen würde, wie ich reagieren würde –, doch zieht mir jetzt allein der Gedanke den Boden unter den Füßen weg. Bin ich stark genug, um ihn wiederzusehen? Mir krampft sich das Herz in der Brust zusammen.

Kopfschüttelnd wende ich mich von dem Portrait ab, das in der Eingangshalle des Gebäudes hängt, in der die Ford Agency untergebracht ist.

Das ist eine ganz schlechte Idee, Jade!

Ich sammele mich, ignoriere die protestierende Stimme in meinem Kopf. Seitdem ich von diesem offenen Casting gehört habe, das Cage, der bislang lediglich als Hollywood-Agent tätig war, für seine erste Filmproduktion plant, wusste ich, dass dies meine Chance als Schauspielerin ist, mich zu beweisen. Und zugegeben, etwas in mir sehnt sich danach, ihm nach über sechs Jahren wieder zu begegnen, wenn auch nur, um mir selbst zu bestätigen, dass mein Herz nicht mehr gefährlich schnell in seiner Gegenwart schlägt.

Selbstbewusst trete ich an den Empfang, an dem eine junge Frau sitzt, die keine Miene verzieht, als sie mich begrüßt.

»Sie sind bestimmt wegen des Castings hier?«, fragt sie gelangweilt. Offenbar bin ich nicht die erste Schauspielerin, die versuchen will, die Hauptrolle in dem Erotikfilm Ein Verlangen zu ergattern.

Ich war überrascht, als ich von diesem Projekt erfahren habe, doch ich erinnere mich daran, dass es Cages Traum war, selbst eine Filmproduktion zu übernehmen, bevor er seine Agentur gründete. Bei dem Gedanken an unsere gemeinsame Vergangenheit zieht sich mein Herz schmerzhaft zusammen.

»Wie lautet Ihr Name?«, fragt sie routinemäßig.

»Jade Creswell.«

Sie macht eine Notiz. Anschließend überreicht mir die Empfangsdame einen Fragebogen. »Füllen Sie den Bewerbungsbogen aus. Das Casting findet im Raum 207 in der sechsten Etage statt. Warten Sie dort, bis Sie aufgerufen werden.«

»Vielen Dank.« Ich klemme mir das Brett unter den Arm und gehe zu den Aufzügen, wo ich auf den Knopf drücke und die Türen sofort aufspringen. In den verspiegelten Türen prüfe ich mein natürliches Make-up und zupfe an der Bluse. Vielleicht hätte ich mir doch einen taillierten Rock oder etwas Aufreizenderes für diese Art von Casting anziehen sollen – immerhin handelt es sich um einen Erotikfilm. Vermutlich wird dies ganz und gar kein typisches Casting werden. Dafür kenne ich Cage und seine Ansprüche zu gut. Seit Wochen wird in den Medien über nichts anderes berichtet als über den erotischen Liebesfilm, dem zu diesem Zeitpunkt schon ein Megaerfolg vorausgesagt wird. Cages Gesicht ziert etliche Klatschzeitschriften – und er kann sich wirklich sehen lassen.

Schon als ich den schmalen Gang zum Castingraum entlanglaufe, entdecke ich eine lange Schlange junger Frauen – allesamt hübsch mit hohen Schuhen, ausladenden Dekolletés und tonnenweise Make-up im Gesicht, als wären sie für einen Schönheitswettbewerb hier. Auf einem freien Stuhl nehme ich Platz und stelle mich auf eine lange Wartezeit ein. Dass diese Rolle begehrt sein wird, war mir bewusst, aber ich hätte niemals mit so viel Konkurrenz gerechnet.

»Es wäre ein Traum, an Rhys’ Seite zu spielen … vor allem dürfte er gerne an mir spielen«, sagt die Frau rechts neben mir, woraufhin eine andere mädchenhaft kichert, was mich nur die Augen rollen lässt.

Trotzdem belausche ich aufmerksam ihr Gespräch.

»Also, ich hätte nichts gegen den heißen Produzenten. Schade, dass er selbst nicht im Film mitspielt. Die erotischen Szenen sollen wohl sehr explizit werden.«

»Mir macht das nichts aus bei einem Mann wie Rhys«, schwärmt die junge Frau und fächelt sich mit der Hand Luft zu.

Soweit ich weiß, spielte der männliche Hauptdarsteller Rhys Kingston in einer Soap mit, die floppte.

Ich werfe einen Blick auf den Fragebogen in meinen Händen und beantworte zunächst die üblichen Fragen. Adresse, Alter, schauspielerische Erfahrungen …

Ich halte inne, blinzele mehrmals, weil ich glaube, mich verlesen zu haben, aber dort steht tatsächlich: Leiden Sie unter Genitalherpes?

Ernsthaft?!

Es folgen eine Menge Fragen zur Krankheitsgeschichte, die sich vor allem auf Geschlechtskrankheiten beziehen. Anschließend soll angekreuzt werden, welche Sexpraktiken man bevorzugt, die, je weiter die Liste voranschreitet, expliziter werden. Ich blättere zwei Seiten weiter, bis ich das Ende des Abschnitts finde. Das kann doch nicht wahr sein. Soll ich diese Liste tatsächlich ausfüllen? Im Kleingedruckten wird versichert, dass diese Daten nicht weitergegeben werden und ich außerdem einwillige, diese Angaben freiwillig zu machen.

Neugierig schiele ich zu den anderen Mädchen, die munter und mit viel Gekicher den Fragebogen bearbeiten. Viele von ihnen scheinen Jungschauspielerinnen zu sein, mit wenig Erfahrung und viel Hoffnung. Ich setze einige Kreuze, lasse manche Spalten aber bewusst aus. Meine persönlichen Vorlieben sollten doch keine Rolle spielen, immerhin bewerbe ich mich nicht als Pornodarstellerin. Ich hätte mehr Geschmack von Cage erwartet, allerdings … Wenn ich an unser Sexleben denke, das niemals langweilig war, weil wir viel experimentiert haben, passt es zu ihm. Seit ihm habe ich keinen Mann mehr getroffen, mit dem der Sex derart intensiv war.

Ich schüttele die Erinnerungen ab, als ich das vertraute Prickeln in meinem Schoß spüre, und konzentriere mich wieder auf die Fragen.

Würden Sie richtigem Geschlechtsverkehr vor der Kamera zustimmen?

Fassungslos starre ich die Frage an, setze den Stift an und überlege einen Moment. Vielleicht ist dies ein Test, um herauszufinden, wie weit die Schauspielerinnen gehen würden? Es ist nicht so, dass ich prüde bin oder noch nie zwanglosen Sex hatte – vor allem nach Cage –, aber über diesen Punkt müsste ich verhandeln. Deshalb lasse ich eine Lücke und beantworte nur die Fragen, bei denen ich mir hundertprozentig sicher bin.

Nervös kaue ich auf der Unterlippe, nachdem immer mehr Mädchen in den mysteriösen Raum hineingerufen werden. Schweigend kommen sie wieder heraus, verlieren kein Wort darüber, wie das Casting abgelaufen ist, ein paar von ihnen verlassen sogar weinend den Raum.

Als mein Name aufgerufen wird, atme ich tief durch, stehe auf und betrete erhobenen Hauptes den Castingraum. In der Mitte des Büros steht ein Tisch mit drei Stühlen. Tageslicht fällt durch die verglaste Wand, und man kann hinüber in das nächste Gebäude von Downtown Los Angeles blicken. Mein Blick wandert von den Requisiten zu den beiden Männern.

Zunächst blicke ich zu dem dunkelhaarigen Mann mit dem leichten Bartschatten, den sinnlich vollen Lippen und der sportlich-muskulösen Statur, der mich mit seinen blauen Augen geradezu verschlingt. Seine Lippen verziehen sich zu einem frivolen Lächeln, so als ob er entschieden hätte, dass ich ganz ansehnlich sei und seinen Geschmack träfe. Wenn ich mich nicht irre, handelt es sich um Rhys Kingston, den bereits feststehenden Hauptdarsteller.

Dann wandert mein Blick zu Cage, der gleichermaßen geschockt und überrascht wirkt, mich bei seinem Casting anzutreffen. Er sieht noch genauso attraktiv aus wie vor sechs Jahren, doch das Jungenhafte an ihm ist markanteren, raueren Züge gewichen. Das dunkelblonde Haar trägt er im Nacken kürzer, weiter oben länger. Die dunkle Anzughose sitzt perfekt, die Ärmel des hellen Hemds hat er aufgekrempelt, sodass seine leicht gebräunte Haut und die sehnigen Unterarme zum Vorschein kommen. Sein Gesicht ist schön geschnitten, gerade Nase, schmale Lippen, und seine dunkelbraunen Augen ziehen mich in ihren Bann. Doch es ist nicht nur sein Äußeres, es ist seine ganze Präsenz, die mich einnimmt, das unverkennbare Charisma.

Sogleich schlägt mein Herz schneller, ein warmes Gefühl breitet sich in meinem Bauch aus, das im nächsten Moment von einem stechenden Schmerz verdrängt wird. Und ich besinne mich darauf, weshalb ich zum Casting gekommen bin – ich will diese Rolle. Sie ist eine Herausforderung, und ich möchte eine bessere Schauspielerin werden.

Die Schauspielerei gibt mir das Gefühl, mehrere Leben führen zu können. Ich liebe es, mich in unterschiedliche Menschen hineinzuversetzen, den Rollen Leben einzuhauchen, ihre Geschichte zu erzählen; zu fühlen, was sie fühlen. Dadurch habe ich vieles schon aus einer anderen Perspektive betrachtet. Bisher stand ich jedoch ausschließlich auf Theaterbühnen. Bei einer Filmproduktion dabei zu sein wäre eine vollkommen neue Erfahrung für mich, die mich reizt und von der ich heimlich immer geträumt habe. Diese provokante Rolle verspricht Publicity, und die braucht man, wenn man es heutzutage in Hollywood schaffen will.

»Jade«, kommt mein Name kratzig über Cages Lippen.

»Cage«, erwidere ich tonlos, froh darüber, meine Stimme nicht verloren zu haben.

Rhys zieht die Augenbrauen hoch, als ob er überrascht wäre. »Ihr kennt euch?«

Cage räuspert sich. »Kann man so sagen. Was willst du hier?«

»Ich bin hier, um für die Hauptrolle vorzusprechen«, antworte ich.

Er gewinnt die Fassung zurück. »Verstehe. Du schauspielerst also noch?«

Ich nicke.

»Jade?«, sagt Rhys zu Cage. »Die Jade, über die du mir immer die Ohren vollheulst?«

Er spricht mit ihm über mich?

Cages Kiefer mahlen, er antwortet nicht.

»Ich bin Rhys und übernehme die Rolle des Tyler«, stellt er sich vor, springt von seinem Platz auf und reicht mir die Hand. »Schön, dich kennenzulernen, Jade.« Gleich darauf reißt er mir den Fragebogen aus der Hand.

Ich vermeide es, Cage ins Gesicht zu sehen, und straffe unwillkürlich die Schultern.

Rhys studiert meinen Fragebogen und kneift die Augen zusammen. »Du hast den Bogen nicht ganz ausgefüllt«, wirft er mir in einem harschen Tonfall vor.

Ich verschränke die Arme vor der Brust. »Ich wüsste nicht, was meine sexuellen Vorlieben mit meinen schauspielerischen Qualitäten zu tun haben. Das ist privat«, antworte ich selbstsicher, und mein Blick huscht zu Cage, dessen Miene ungerührt bleibt.

»Wir suchen für den Film aber kein Mauerblümchen. Dir ist bewusst, dass es sich um einen erotischen Film handelt?«, erwidert er, und seine Mundwinkel heben sich leicht.

»Das weiß ich.« Ich habe einen Teil des Skripts eingehend geprüft und die eine oder andere Szene wie verlangt einstudiert. Den Text habe ich sicher drauf, und der Plot ist durchaus interessant, wenn auch provokant.

In dem Film geht es um eine junge Frau namens Jane, die vor ihrer Vergangenheit flieht und den reichen Sportler Tyler kennenlernt, der zusammen mit einem Freund in einer Wohngemeinschaft der besonderen Art lebt. Die Frau lässt sich auf ein erotisches Spiel mit beiden Männern ein, wohnt bei ihnen und erfährt nach und nach, dass beide ihre Geheimnisse haben, die sie in eine gefährliche Lage bringen. Doch bei dem zwanglosen Arrangement bleibt es nicht, und sie verliebt sich in Tyler.

Es ist eine heiße, aber auch spannende Liebesgeschichte, die mich reizt.

»Wenn du es nicht einmal schaffst, diese Fragen zu beantworten …«

»Es reicht, Rhys«, herrscht Cage ihn an. »Sie muss nicht alle Fragen beantworten. Die sind sowieso dämlich.«

Rhys sieht seinen Castingpartner empört an. »Sind sie nicht. Das war eine gute Idee von mir, um herauszufinden, wie die Frauen ticken«, erwidert er, doch Cage lässt sich nicht beirren. Er ist der Produzent. Auf seine Meinung kommt es an. »Okay, du musst ja wissen, worauf sie steht. Dann machen wir eben eine Ausnahme.« Er wendet sich wieder mir zu, und ich versuche, das nervöse Zittern meiner Finger zu verbergen. »Dreh dich einmal im Kreis«, befiehlt er und vollführt dabei eine entsprechende Handbewegung.

Widerwillig tue ich, was er verlangt, und spüre, wie sein raubtierhafter Blick an meinem Körper entlanggleitet.

»Gefällt mir. Kann man mit arbeiten«, meint er anerkennend. »Und jetzt zieh dein Oberteil aus.«

Ich habe mich wohl verhört. »Das werde ich nicht tun«, widersetze ich mich empört. »Wie unprofessionell verhaltet ihr euch eigentlich?«

»Auf eine Klage wegen sexueller Belästigung würde ich gerne verzichten, Rhys. Sie muss sich nicht vor uns ausziehen«, schaltet sich Cage ein und sieht mir direkt in die Augen. »Sie ist wunderschön.« Das sagt er ein wenig leiser, sodass ich beinahe glaube, mich verhört zu haben.

Verlegen wende ich den Blick von ihm ab.

Rhys starrt Cage mit offenem Mund an. »Mit dir macht das echt keinen Spaß«, mault er trotzig wie ein kleines Kind. Mit geschmeidigen Schritten kommt Rhys auf mich zu, dabei zeichnen sich seine definierten Brustmuskeln unter dem Shirt ab. Er überragt mich um mehr als einen Kopf, sodass ich zu ihm aufschauen muss. »Also, Jade, du glaubst, dass du perfekt für diese Rolle bist, und willst uns überzeugen?«

»Deswegen bin ich hergekommen.«

»Spielen wir eine Szene nach, und du beweist uns, dass du die Richtige bist«, fordert er mich heraus. »Wir werden uns während der Dreharbeiten sehr nahe kommen, das muss dir klar sein.«

»Das ist es«, versichere ich und halte seinem Blick stand. Nur noch ein paar Zentimeter trennen uns. Sein herber Duft nach Zedernholz mit einem Hauch Zimt umschmeichelt mich. Sollte ich diese Rolle ergattern, würde ich mit ihm intime Sexszenen drehen, ihn küssen und auf mir spüren – überraschenderweise macht mir das nichts aus, doch denke ich augenblicklich an Cage und daran, wie seine Küsse schmecken, wie er sich anfühlt.

»Nervös?«, fragt Rhys, und seine Mundwinkel zucken vor Belustigung. »Ich beiße nicht, außer du wünschst es dir. Und ich verspreche dir, dass ich ein hervorragender Küsser bin.«

Das kann ich mir vorstellen. »Bist du immer so …« Arrogant? Selbstherrlich? Anziehend? »… von dir eingenommen?«

Statt zu antworten, grinst er nur schief, fast verführerisch. Das hat er echt drauf.

»Du kennst das Skript?«, hakt er nach.

Ich nicke.

»Gut, dann spielen wir die erste Kussszene nach.«

Warum muss es ausgerechnet diese Szene sein? Erwartet er, dass ich ihn wirklich küsse?

»Vielleicht ist eine andere Szene, in der die Protagonistin …«, erwidere ich.

Rhys hebt eine Augenbraue. »Stellt die Szene ein Problem für dich dar?«

Hastig schüttele ich den Kopf, obwohl mir das Herz vor Aufregung aus dem Brustkorb springen will. Doch vor ihm will ich mir nicht die Blöße geben. »Selbstverständlich nicht.« Wie viele meiner Vorgängerinnen hat er heute schon abgeschlabbert? Ich starre auf seine Lippen, um zu prüfen, ob sie angeschwollen aussehen. »Ich hoffe, du hast dir zwischendurch die Zähne geputzt.«

»Gut«, sagt er lang gezogen und schenkt mir ein schiefes Lächeln. »Keine Sorge, ich bin auf alles vorbereitet. Zur Erinnerung: Tyler und Jane befinden sich allein im Penthouse. Er hat ihr soeben das erotische Arrangement eröffnet, dass sie zu ihm und seinem Mitbewohner unter der Bedingung ziehen kann, dass sie sich auf die beiden einlässt.«

Von einem Augenblick auf den anderen schlüpfe ich in die Rolle, verschmelze mit ihr und stelle mir vor, wie es ist, Rhys zu begehren. Er ist durchaus ein attraktiver Mann, weshalb es mir nicht schwerfällt, mich auf die Situation einzulassen. Rhys besitzt breite Schultern, eine starke Brust und schmale Hüften. Er setzt einen verwegenen Ausdruck auf, seine Augen funkeln dunkler, und ich stelle mir vor, wie es sich anfühlt, ihn zu küssen, mich an ihn zu schmiegen und von ihm berühren zu lassen. Allein bei dem Gedanken daran erwacht ein zartes Prickeln zwischen meinen Schenkeln. Es wäre definitiv schwieriger, diese Rolle zu spielen, wenn ich meinen Schauspielpartner völlig unattraktiv finden würde. Doch seine selbstherrliche Art verunsichert mich, und ich kämpfe mit aller Macht die Nervosität nieder. Schließlich ist er nicht der erste Mann, den ich küsse, aber der erste Schauspieler, mit dem ich einen Kuss inszeniere.

»Und Action«, ruft Cage, dessen Blick sich in mich brennt.

»Du bietest mir das Zimmer also nur an, wenn ich mit euch beiden schlafe?«, beginne ich die Szene und setze einen empörten Gesichtsausdruck auf. »Ich bin nicht käuflich!«

»So war das nicht gemeint«, verteidigt sich Rhys, der Tyler spielt.

Ich will an ihm vorbeigehen, aber er lässt es nicht zu, stellt sich mir in den Weg, und ich mache einen Schritt zurück, um Abstand zwischen uns zu bringen.

»Glaubst du, für dich wäre bei diesem Arrangement nichts drin? Hast du Erfahrungen mit zwei Männern?«

Für einen Moment überlege ich, ob das tatsächlich so im Skript steht, oder ob er diese Frage gerade an mich persönlich richtet. Ich bin so nervös, dass ich mich nicht erinnern kann.

»Nein, das habe ich nicht«, antworte ich stammelnd.

»Ich möchte dir gerne helfen. Aber wir haben unsere Regeln, die ich nicht umgehe. Wenn du dir also vorstellen könntest, bei uns zu wohnen und ein paar spaßige, leidenschaftliche Wochen mit uns zu verbringen …« Rhys kommt mir noch näher, sodass ich glaube, die Wärme seines Körpers wahrnehmen zu können, das spannungsgeladene Knistern, das plötzlich in der Luft liegt und mich unwillkürlich den Atem anhalten lässt.

»Ich kaufe doch nicht die Katze im Sack«, erwidere ich bissig und recke das Kinn vor.

Rhys grinst schelmisch. »Du willst also einen kleinen Vorgeschmack?« Seine Finger umfassen mein Kinn, und er beugt sich leicht zu mir herab. Sein feuriger Blick wandert zu meinen Lippen.

Ich zögere nur für einen Moment.

Küss ihn.

Schlagartig ist mir Cages Anwesenheit wieder bewusst, und ich zwinge mich, nicht in seine Richtung zu sehen.

»Küss mich. Zeig mir deine verführerische Seite, Jade«, raunt Rhys dicht vor meinen Lippen, sodass mich sein warmer Atem streift.

Vor meinem Exfreund mit Rhys zu knutschen, fühlt sich seltsam an – falsch und verboten, und gleichzeitig verschafft es mir eine gewisse Genugtuung, immerhin hat mich Cage damals sitzen gelassen. Dieser Kuss gehört zum Spiel dazu, rede ich mir ein und blende Cage vollkommen aus.

Trotzdem verstehe ich nicht, weshalb ausgerechnet Cage in meinen Gedanken herumspukt, als meine Lippen auf Rhys’ treffen.

Mit den Lippen streicht er über meine, erobert meinen Mund und tastet sich langsam vor. Er öffnet den Mund einen Spaltbreit, um meine Zunge hereinzulassen. Knabbert sanft an meiner Unterlippe und entlockt mir ein leises Stöhnen.

Der Kuss wird stürmischer, leidenschaftlicher. Rhys umfasst bestimmt meine Taille, zieht mich an sich, lässt mich seine beachtliche Erektion an meinem Bauch spüren. Himmel, geht der ran! Zwischen meinen Beinen erwacht ein verlangendes Pochen, und ich werde feucht. Es überrascht mich selbst, dass mein Körper derart intensiv auf den Kuss reagiert. Rhys kann definitiv gut küssen.

»Komm schon, du kannst das besser«, raunt er atemlos und fordert mich damit heraus.

Ich fahre mit den Händen durch sein seidiges Haar, ziehe ihn eng an mich und reibe mich an seinem harten Körper. Und ich liefere die beste Show meines Lebens.

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